Ariadne und Martin

Wir haben unsere gemeinsame musikalische Reise vor fünf Jahren begonnen mit Bluegrass – eine musikalisch ziemlich moderne Musik aus den USA, geographisch hauptsächlich angesiedelt in den Städten. Thematisch orientiert sich Bluegrass oft am Landleben, an der dörflichen Community mit ihren Festen, ihren Liebesgeschichten und ihrer Landschaft. Manchmal scheint auch das harte Arbeitsleben durch, in der Regel jedoch wird idealisiert, was das Zeug hält. Nur die Liebe, die ist oft unglücklich.

Ausgehend vom Bluegrass haben wir verwandte Stile hinzugenommen:

  • Old-Time-Music = die ländliche Musik Nordamerikas, die seit der Zeit der Siedler gespielt wird (enthalten ist hier auch die gerne vernachlässigte Musik der Schwarzen),
  • Rockabilly = die zeitlich parallel zum Bluegrass gespielte Vorform von Rock’n’Roll, Pop und Rock,
  • Blues, der stilistisch im Bluegrass enthalten ist,
  • Folk mit seinen Balladen, leisen Tönen und sehr persönlichen Texten,
  • Swing, der den Groove mit dem Bluegrass teilt.

Und schließlich die Gospel-Music, die in der Bluegrass-Szene oft mit dazugehört. Da wir eigentlich nur Texte singen, hinter denen wir auch stehen können, und da wir keine Verbreitung religiöser Inhalte betreiben möchten, haben wir da ein Problem, bei aller Faszination des umwerfenden Grooves vieler Gospel-Stücke. Wenn wir nun trotz dieses Problems dennoch immer wieder einen Gospel im Programm haben, lässt sich das dadurch begründen, dass Gospel-Songs immer wieder auch – under cover - zum Transport weltlicher Themen genutzt wurden, insbes. der Hoffnung auf ganz reale Befreiung aus einer ungerechten, menschenfeindlichen Realität. „Himmel“ stand dann für Kanada, also Zielort der Flucht aus der „Hölle“, die wiederum die US-Südstaaten mit ihren Tabak- und Baumwollfeldern meinte, wo Sklaven unter unmenschlichen  Bedingungen schuften mussten.